Fallstricke – von Mann zu Frau, wie kann ich meine Kommunikationsskills verbessern?

Fallstricke – von Mann zu Frau, wie kann ich meine Kommunikationsskills verbessern?

Dies ist eine Zusammenfassung, wie Du Deine Konversations-Skills verbessern kannst

1. Falsches Mindset – sie schnell herumbekommen

Es geht hier nicht darum, die Frau schnellstmöglich flachzulegen.

Du willst sie – offen und ehrlich und vor allem: so intim wie möglich – kennenlernen. Und das mit echtem Interesse. Nicht geheuchelt. Nicht gefaked. Bitte ehrlich bleiben. Also nicht schauspielern.

2. Es fühlt sich komisch an und deswegen…

…Hältst Du dich zurück und willst kein so komisches langes Statement sagen mit diesen seltsamen Inhalten. Und diese Fragen möchtest Du auch nicht stellen und Du willst auch die Frau nicht auf diese Art herausfordern. Schließlich ist das ja kein Duell, richtig? Nicht richtig.
Du wirst merken, diese Art der Kommunikation kann sich immer seltsam für Dich anfühlen.

Aber nur

ein wenig seltsam
Ziemlich seltsam
Oder sogar unglaublich seltsam.

Das ist für uns Männer normal. Wir verlassen damit IMMER unsere Komfortzone.

[Tweet „Vermeide diese Fehler. Lerne die Fallstricke zu erkennen.“]

3. Unkalibrierter Schnellschuss

Du versuchst sofort in der Tiefe anzusetzen.

4. Intimität

Du denkst, dass es viel zu intim ist Dich auf diese Art und Weise zu unterhalten und traust Dich deswegen nicht, willst nicht oder denkst Du solltest oder musst nicht auf diese Weise mit Frauen kommunizieren.
Tja wenn Du genau das NICHT möchtest, dann solltest Du an dieser Stelle mit dem Lesen aufhören, lieber Leser. Dieses Buch ist nichts für Dich.
Denn Du willst die Frau genau so intim kennenlernen. Darum geht es hier. Wie Du dahin kommst. Das ist der Kerninhalt dieses Buches. Du willst wissen, was sie glaubt und warum, ihre Werte, einfach ihre Realität. Du willst erfahren wer sie ist. Ganz. Nicht nur an der Oberfläche

5. Friendzone

Du hast Angst in der Friendzone zu landen, wenn Du Dich auf diese Art unterhältst. Du denkst Du bist dann ihr emotionales Tampon.
Ab wann bist Du das emotionale Tampon? Hast Du einen Freund oder eine Freundin – falls Du das in diesem Fall so definieren möchtest – die sich immer nur bei Dir melden, wenn sie Probleme haben? Und Du ihnen sonst egal bist? Die sich immer nur bei Dir auskotzen und dann verlangen, dass Du ihnen zuhörst? Das geht schon ziemlich in diese Richtung.
Wenn Dir allerdings eine Frau ihre negativen Glaubenssätze äußert, weil Du es geschafft hast das Gespräch in tiefere Bahnen zu lenken hat das damit gar nichts zu tun.

6. Vage Statements

Du sagst z.B. etwas wie:

„Du bist ein fröhlicher Mensch.“

oder

„Du bist witzig.“
„Du bist lustig.“
„Du bist spontan.“
„Ich denke Du bist sportlich.“

Das ist ein Statement, soweit völlig korrekt. Fügst Du diesem jetzt aber nichts hinzu, dann steht da ein sehr kurzer Satz. Fertig.
Es fehlt quasi ein Bezug, woran Du das festmachst. Außerdem ist der Inhalt sehr vage.

„Du bist wohl ein ziemlich fröhlicher Mensch. Egal wann ich Dich sehe, Du hast immer ein Lächeln auf den Lippen. Und vor allem ist Dein Lächeln echt. Ich glaube ich kenne sonst niemanden, der so viel grinst.„

Jetzt ist ein Bezug da und das ganze Statement wirkt komplett anders. Gut!

7. Das Thema entreißen

Sie erzählt voller Begeisterung von ihrer größten Leidenschaft und Und Du:

“Ja mein Kumpel hat das auch mal gemacht, aber jetzt findet er es beschissen. Machst Du eigentlich was mit Origami?“

An dieser Stelle wird Deine Gesprächspartnerin einen emotionalen Stich fühlen, sie wird es Dir aber nicht sagen, sondern mit dem was sie äußert einfach wieder zurück an die Oberfläche driften.
Dieses Thema erkläre ich noch einmal ausführlicher in einem eigenen Kapitel da es einfach unglaublich wichtig ist.
Sie kennt Deinen Kumpel nicht. Sie hat keinen Bezug dazu. So baust Du auch keine Gemeinsamkeiten auf, weil Dein Kumpel das mal gemacht hat. Bleib bei ihrem Thema. Stell Fragen dazu. Finde heraus, warum es sie so sehr interessiert.

8. Oberflächliche Verbindung

Wenn Du dem Ja-Sager-Syndrom verfallen bist und meinst durch oberflächliche Gemeinsamkeiten eine tiefe Verbindung aufbauen zu können, dann hast Du Dich leider getäuscht. Es kann passieren, ist aber sehr unwahrscheinlich.

„Hey, Welche Musik hörst Du gerne?“
„Rock.“
„Geil, ich auch. Und was ist Dein Lieblingsfilm?“
„Matrix. Aber nur der erste Teil. Die anderen beiden gehen gar nicht.“
„Wie geil ist das denn, den finde ich auch am besten. Und wer ist dein Lieblingsschauspieler?“
„Selma Hayek.“

„Cool, die finde ich auch gut.“

Ja schön, dass Du scheinbar magst, was sie auch mag. Das Gespräch ist trotzdem langweilig und hat nichts herausragendes. Es gibt keinen besonderen Moment.

9. Zurückweisung (Rejection)

„Ich liebe Ballett. Ich tanze schon seit 10 Jahren.“
„Ich hasse Ballett. Spielst Du eigentlich Golf?“

Hier lehnst Du ab, was sie Dir anbietet. Wenn sie schon 10 Jahre dabei ist, gibt es einen Grund dafür. Mindestens einen. Es ist ihre Leidenschaft. Du musst nichts gemeinsam haben damit. Und Du kannst Dich dennoch für ihre Leidenschaft interessieren. Noch einmal anders formuliert: Also interessiere Dich dafür, warum sie Ballett tanzt.

10. Ihre Glaubenssätze verurteilen

Zuerst mal der ganze Text am Stück:

„Ich möchte Dir etwas erzählen, aber ich weiß nicht, ob Du mich dann noch magst. Weil es ist etwas ungewöhnlich und hört sich unglaublich an. Und meine Freundinnen halten mich jetzt alle für doof.“
„Ich glaube, ich kann Dir etwas ähnliches erzählen. Aber mich interessiert, was Du mir sagen möchtest. Und ich, glaube ich weiß, wie es Dir dabei geht. Ich ahne es.“
„Ich habe immer solche Vorahnungen. Ich habe meinen Freundinnen davon erzählt. Und das sind dann keine Vorahnungen, die ein paar Minuten gehen. Nein. Sondern Stunden. Und ich weiß genau was dann passiert. Schon vorher. Ich hab meinen Freundinnen davon erzählt. Jetzt wollen sie nichts mehr mit mir zu tun haben.“

„Stephanie“, ich sehe ihr tief in die Augen, „ich sehe keinen Grund Dir nicht zu glauben. Ich habe schon mal ein wenig etwas ähnliches erlebt. Ich habe zwar die Fähigkeit nicht in die Zukunft zu sehen in diesem Sinne, wie Du das kannst, ich erzähle Dir die Geschichte aber trotzdem wenn Du möchtest.“

„Ja bitte. Erzähl’s mir.“

„Ok. Ich habe Dir doch vorher mal erzählt, dass ich in einem Krankenhaus gearbeitet habe. Zivildienst. Da war ich 20. Ein kleines Krankenhaus in einer Stadt auf dem Land. Richtig schön naturbelassene Gegend. Und ich habe mich mit meinem besten Kumpel verabredet. Wir sind immer mit den Hunden seines Bruders spazierengegangen. Bessi und Tina. Zwei richtig schöne
Schäferhündinnen. Bessi war noch richtig jung und verspielt. Und hat so ein richtig schön weiches Fell, braun und weiss gefärbt. Tina ist einfach nur schwarz. Einmal hat Rafael einfach die Arme ausgebreitet und Bessi ist aus ein paar 100 Metern auf ihn zugerannt. Und hat ihn voll mit den Vorderpfoten in die Brust gerammt. Einfach umgeworfen. Und das ist gar nicht so einfach, denn Rafi ist über zwei Meter groß. Auf jeden Fall, ich musste arbeiten am nächsten Tag. Wir haben Freitag ausgemacht, dass wir uns Samstag treffen. Nach meinem Frühdienst. Ich geh also zur Arbeit und eigentlich ist alles wie immer. Und dann sollte ich die Instrumente zum sterilisieren herunterbringen. Du weißt was damit gemeint ist? Sehr gut. Normalerweise bin ich immer den gleichen Weg nach unten gelaufen von Station 8. Aber diesmal habe ich nicht nachgedacht und bin plötzlich den anderen Weg nach unten gelaufen. Beide sind genau gleichlang. Egal ob ich links oder rechts die Treppe herunterlaufe. Und normal aus Gewohnheit bin ich immer rechts heruntergelaufen, obwohl ich Linkshänder bin. Diesmal nicht. Also auf jeden Fall will ich weiter Richtung Sterilisationsraum laufen. Da höre ich plötzlich eine Stimme in meinem Kopf, weißt Du wie Du manchmal in Gedanken mit Dir selbst redest. Nur dachte ich in dem Moment an überhaupt nichts. Es war wirklich wie wenn jemand anders geredet hätte. Und da schießt mir plötzlich ein Gedanke durch den Kopf. Rafael ist hier. Im Krankenhaus. Ich dachte nur: „Jetzt spinnst Du so langsam. War ein anstrengender morgen. Wird Zeit, dass bald Feierabend ist.“
Als ich dann Feierabend hatte, wartete ich auf seinen Anruf. Niemand von unsere Familie hatte damals schon ein Handy. Und es gab auch keine Flatrate und meinte Eltern meinten immer, man müsse jeden Anruf vermeiden. Er meldete sich nicht. Nichts am Samstag. Nichts am Sonntag. Nichts am Montag. Am Dienstag hat er mich dann angerufen. Wir begrüßen uns am Telefon wie immer: ‚Na Du Depp.‘ ‚Hi Du Arsch.‘
Etwas was meine Mutter wohl nie verstehen wird. Ich frag dann einfach nur: ‚Wo warst Du Depp denn?‘ ‚Ich konnte nicht kommen, Du Idiot!‘ ‚Warum nicht?‘ ‚Ich bin in Ohnmacht gefallen.‘ ‚Was? Hä? Warum das denn?‘ ‚Ich war mit meinem Bruder im Hundeverein und da hat ein Hund meinem Bruder den Finger abgebissen, als ich das gesehen habe, hat’s mich umgehauen.‘ ‚Oh mein Gott. Aber jetzt geht’s Dir hoffentlich gut, oder?‘ ‚Ja. Die haben mich zur Beobachtung ein paar Tage dabehalten. Ich war im Krankenhaus.‘ ‚Krass. Wie lange?‘ ‚Bis gestern.‘ ‚In welchem Krankenhaus warst Du denn?‘ ‚Spaichingen.‘ ‚Ach komm. Ne, nicht wirklich. Das gibt’s doch gar nicht. Da wo ich arbeite?‘ ‚Ja, genau da. Nur auf einer anderen Station.‘ ‚Welche Zimmernummer?‘ ‚137‘ Und jetzt halt Dich fest Stephanie, das war genau das Zimmer in dem ich an dem Moment vorbeigelaufen bin.

Jetzt erst bemerke ich, dass sie mich mit ganz grossen Augen ansieht.

„Warte kurz. Ich will bei Cornelia den Schlüssel holen. Wir wollten heute bei ihr übernachten. Aber ich möchte lieber mit Dir weiter.“

Betrachten wir nochmal die einzelnen Teile genauer. Was passiert hier?

„Ich möchte Dir etwas erzählen, aber ich weiß nicht, ob Du mich dann noch magst. Weil es ist etwas ungewöhnlich und hört sich unglaublich an. Und meine Freundinnen halten mich jetzt alle für doof.“

Wir sind hier an einem Punkt, wo sie mir etwas Intimes mitteilen möchte. Und sie sagt auch:

[…]ich weiß nicht, ob Du mich dann noch magst.[…]
„Warte kurz.“

(Sie investiert Zeit und Gefühle in Dich)

„Ich will bei Cornelia den Schlüssel holen. Wir wollten heute bei ihr übernachten. Aber ich möchte lieber mit Dir weiter.“

Sie merkt, dass Du sie verstehst. Du verstehst ihre Realität und sie fühlt sich von Dir verstanden.
Jetzt ist es wichtig, dass Du sie an dieser Stelle im Gespräch nicht verurteilst und Dich auch nicht über sie lustig machst. Denn sie verrät Dir etwas, was einfach ihre Überzeugung ist und da sie dadurch ihre Freundinnen verloren hat, hat sie Angst auch gleich Dich wieder zu verlieren.

„Weil es ist etwas ungewöhnlich und hört sich unglaublich an.“
(so denkt nicht jeder und viele können es nicht nachvollziehen. Anders ausgedrückt: Sie sagt ja selbst es ist ungewöhnlich und nicht so einfach nachzuvollziehen. Nicht für jeden.)

„Und meine Freundinnen halten mich jetzt alle für doof.“
(Sie wollen nichts mehr mit ihr zu tun haben. Zumindest im Moment)

Viele von uns Männern mögen jetzt den Drang verspüren ihr etwas Positives zu sagen:

„Denk positiv. Die mögen Dich bestimmt noch. Und wenn Du positiv denkst, dann passt das. Dann kommen die bestimmt zurück. Und ich glaube auch an die Visionen du kannst sie bestimmt davon überzeugen.“

Könnte klingen, als wäre es eine gute Idee, Du machst ihr einen Vorschlag sie soll nicht so negativ darüber denken. Nur weil Du sagst, sie soll positiv denken kann sie ihren daraus entstandenen Glaubenssatz nicht einfach umdrehen. Du weißt noch nicht genau, wie ich das meine?
Ok. Dann versuchen wir das mal aus Deiner Sicht. Denk an eine bestimmte Sache, die Du einfach nicht kannst. Egal wie oft Du es versucht hast, es klappt einfach nicht. Sei es Zeichnen, Malen, super Kopfrechnen, Sprachenlernen, sich Gesichter und Namen merken oder Zahlen merken. Und weil Du das nicht so gut kannst hat sich dadurch schon das ein oder andere Mal in Deinem Leben eine Schwierigkeit ergeben. Und Du hast es nicht nur Tage und Wochen vielleicht Monate oder sogar Jahre ausprobiert und es hat trotzdem nie funktioniert. Also bist Du überzeugt, dass Du das nicht oder eben nicht gut kannst. Und dann kommen wir gerade ins Gespräch.

„Ich kann mir einfach keine Zahlen merken. Egal was ich schon alles versucht habe. Es klappt einfach nicht. Einmal hat mir jemand meinen Geldbeutel geklaut. Da hatte ich Notizen drin, die mir helfen mich an meinen Code und meine Passwörter zu erinnern. Ich wusste nicht mehr, wie ich wieder herankommen sollte.“

So und jetzt komme ich daher und sage zu Dir:

„Ach komm Ralf, denk einfach positiv das klappt schon. Sei nicht so negativ.“

Du wirst Dich erst mal fragen:

„Hat er mir überhaupt zugehört?“
„Versteht er überhaupt was ich meine?“
„Will er mich nicht verstehen?“
„Will der mich verarschen?“

Du wirst Dich außerdem missverstanden fühlen. Du wirst einen Teil Deiner Person zurückgewiesen fühlen. Du wirst Dich nicht ganz respektiert fühlen.
Und Du wirst – sollte das nochmal vorkommen – vorsichtiger sein ob Du noch jemals Glaubenssätze mir gegenüber offenbaren wirst. Du wirst von der anderen Person damit also auch nicht ganz akzeptiert.
Nur weil ich Dir sage, dass Du positiv denken sollst, damit Du Dir z.B. Gesichter, Zahlen, Namen merken kannst, Malen, Zeichnen gut Rechnen oder Sprachenlernen kannst, ändert sich noch lange nichts an Deiner Realität. Du hast alles mögliche versucht und es klappt
eben trotzdem nicht. Es ist für Dich Realität.
Und jetzt komme ich hier her und sage damit indirekt: Hey, ändere doch einfach kurz mal Deine Realität. Ja wie denn bitteschön? Verdammt!
Oft kann dass dann Ausgangspunkt sein für:

• eine Diskussion
• einen Streit (der oft aus der Diskussion folgt)
• zurückkehren des Gespräches an die Oberfläche • Abflauen des Gespräches bis zum Nullpunkt
• Sätze wie „Nein, Du verstehst nicht!“

Wenn ich merke jemand weist meine Glaubenssätze zurück, egal ob aus Unwissenheit oder nicht, dann vertraue ich sie ihm nicht mehr so gerne an. Denn er weist einen Teil meiner Persönlichkeit zurück. Dieser Mensch verurteilt mich dafür. Ich behalte diese dann lieber für mich. Denn: Er versteht mich nicht. Fehler können aber immer auch mal so passieren. Denn beim ersten Fehler ist das nicht so wild. Kommt es aber nochmal oder wiederholt vor, dann spüre ich, dass dieser Mensch keine Ahnung davon hat was er da gerade tut.
Hier kommen Dinge zum Vorschein, die zeigen wie wir ticken. Was in uns steckt sozusagen. Und zwar unter der Oberfläche. Wir öffnen uns auf eine gewisse Weise. Umso mehr ist es wichtig hier behutsam vorzugehen. Es ist einfach keine Holzhammermethode. Ganz im Gegenteil. Wir zeigen hier Einfühlungsvermögen und Empathie. Sich in die Seite des anderen hineinversetzen.
Es geht darum eine subtile Änderung ins Gespräch einzubringen, so dass wir anders wahrgenommen werden. Wir lenken das Gespräch eine Nuance in eine andere Richtung. Eben in die Tiefe.

11. Die Falsche Mentalität – Wahrnehmung

Ich habe mal zwei Jungs, die ich zufällig kannte reden hören. Über zwei Blondinen, die sie gerade angesprochen hatten. Und ich konnte das Gespräch zufälligerweise zu einem gewissen wichtigen Anteil mit anhören:

„Und wie war das Gespräch mit Deiner?“
„Langweilig. Typisch einfältige dumme Blondine.“
„Und bei Dir?“
„Nicht mein Typ“

Danach gebe ich zu, hatte ich glücklicherweise auch noch die Chance die zwei Mädels zu belauschen. Sie standen in diesem fast direkt neben mir.
„Sag mal warum stellst Du Dich eigentlich den Typen gegenüber so doof, Maria? Manchmal ist mir das fast schon peinlich. Ich fühl mich komisch, wenn Du das machst. Die wären nie auf die Idee gekommen, dass Du einen Doktor-Titel haben könntest.“

„Ja weißt Du, stell Dir vor, ich lasse mich auf ihn ein – er hat gar nicht so sicher gewirkt – und er verletzt mich, das will ich nicht. Er hat sich gar nicht die Mühe gemacht, mich wirklich kennenlernen zu wollen. So verletzt er nur die Dumme Blondine. Das ist mir dann ziemlich egal.“

Hier zeigt sich mehr als deutlich, dass der erste Eindruck trügen kann, vor allem wenn man sich nicht die Mühe macht genau hinzuschauen. Schade für beide Seiten. Die eine Frau war sich sogar bewusst, dass sie nicht ihre echte Seite zeigt.
Sie wird aber auch dadurch verurteilt:

“Typisch einfältige dumme Blondine.“

Nachdem was ich bis zu diesem Zeitpunkt gehört habe, habe ich einen ganz anderen Eindruck.
Wenn ich davon ausgehe, dass mich z.B. Frauen immer anlügen, werde ich dafür immer Beweise finden, die meine Realität untermauern. Drehe ich meine Realität was diesen Grundsatz angeht komplett um, (Frauen sagen immer die Wahrheit) werde ich dafür genau so Beweise finden.
Mein Rat an euch ist:
Bewahrt euch eine offene nicht verurteilende Haltung. Habt ihr diese noch nicht, so eignet sie euch an. Seht die Welt durch eure eigenen Augen und bildet euch selbst ein Urteil, soweit möglich. Übernehmt nicht einfach nur ungeprüft die Meinung anderer.

12. Interesse heucheln

Wenn Du so tust, als würde es Dich interessieren, was sie sagt, mag das bis zu einem gewissen Grad funktionieren. Manchmal sogar weiter als Du denkst. Wenn Du es jedoch schaffst, echtes Interesse zu zeigen, ist die Wirkung weitaus größer und bedeutender. Also versuche es. Ansonsten wird Dein Gespräch immer einen schalen Beigeschmack haben, der richtige Vibe kommt nicht rüber und killt die Stimmung. Dann entsteht auch keine Chemie zwischen euch. Achte darauf. Hier geht es um ein sehr ehrliches Konzept. Gnadenlos ehrlich.
Irgendwann werden Dir dann auch keine Fragen mehr einfallen oder es wird Dir schwerfallen und sie wird es bemerken. Denn dann wird das Gespräch den Beigeschmack von Herumstochernbekommen.
Die richtige Einstellung:
Mir hilft folgendes Bild – s. dazu auch erstes Buch:
Die Frau hat eine Maske auf. Das tut sie nicht mit Absicht. Es ist normal, ganz natürlich für sie. Du blickst hinter diese Maske.
Somit kann die Frau sehen, ob Dein Interesse echt ist.
Eine andere Analogie, die mir eingefallen ist, als ich neulich mit einem Freund darüber geredet habe:
Sie ist ein Geschenk. Stell Dir vor, die Frau die Du vor Dir hast, willst Du kennenlernen. Es ist wie ein Geschenk an Deinem Geburtstag oder an Weihnachten. Kennst Du das, wenn Du etwas auspacken möchtest, worauf Du schon so lange gewartet hast? Du hast es Dir so sehnlich gewünscht und kannst es gar nicht mehr erwarten. Nur, da Du Geschenke auspacken so sehr liebst, packst Du es langsam aus. So kommt immer mehr zum Vorschein was darin ist. Du lässt Dir Zeit. Du genießt es in vollen Zügen. Du hast also Dein Vergnügen dabei die Persönlichkeit der Frau wie ein Geschenk auszupacken. Hinter ihre Maske zu blicken, hinter ihre Fassade.

Eine Frau kennenlernen ist, wie wenn ein Buch Deine Aufmerksamkeit erregt oder eine DVD. Es mag sein, dass der Einband oder das Cover Dir mega gut gefällt. Das ist auch das erste was Du wahrnimmst. Abgesehen von der Ausstrahlung. Das ist aber auch nur das Äußere. Was Dich wirklich interessiert ist die Story des Films oder des Buches, zumindest sollte es das. Mit allen Höhen und Tiefen.
Du willst den Film nicht vorspulen und nur die letzten 5 Minuten sehen oder das letzte Kapitel lesen. Das machen wir Jungs nur zu gerne, wenn wir eine Frau kennenlernen wollen. Du willst das Gesamterlebnispaket haben.

13. Ihre Aussagen wiederholen

„Ich war letztes Jahr in Australien.“
„Echt, Du warst in Australien?“
„Ja, ich wollte schon immer Ayers Rock sehen.“
„Wow, Du hast Ayers Rock gesehen? Ist der wirklich so rot?“
„Ja, ähm… Du ich habe Durst, ich gehe mir mal was zum Trinken
holen.“

Wenn sie einen Papagei möchte, kann sie sich einen kaufen.

14. Die falsche Energie oder Geschwindigkeit

Kannst Du Dir vorstellen, wie Du gerade mit einer Frau in vertrauter Zweisamkeit schwelgst und ihr die ganze Zeit laut mit einer wahnsinnigen Geschwindigkeit miteinander labert, während ihr ein unglaublich tiefgründiges Gespräch führt? Bestimmt nicht.
Romantik hat immer einen Aspekt der Langsamkeit der mit ihr einhergeht. Ihr redet ruhig. Eher leise. Langsam.

15. Emotionale Einbahnstrasse

Wenn Du merkst, dass sie Dir etwas sehr vertrauliches erzählt, etwas dass so privat ist, dass es höchstens ihre Eltern oder besten Freunde wissen, oder sie sagt, dass sie es tatsächlich noch nie jemandem erzählt hat, dann gib etwas von Dir zurück. Das kann ein Teil Deiner Meinung sein. Eine Geschichte. Eine Challenge. Sieh Dir dazu nochmal das Beispiel mit Stephanie an.

Sie sagt:

„Ich möchte Dir etwas erzählen, aber ich weiß nicht, ob Du mich dann noch magst.“

Ich ermutige sie dazu und sie erzählt mir die Geschichte. Ich mach ihr nochmal klar, dass ich sie dafür nicht verurteilen werde und erzähle ihr eine Geschichte, die genau so privat ist. Ich gebe ihr also etwas zurück. In dem Fall könnten andere mich dafür genau so verurteilen. Sie versteht also den Subkontext.

16. Die falsche Tonalität – beim Geschichtenerzählen

Stell Dir vor ihr kommt an einen Punkt, wo es vielleicht um Deine Schulzeit geht. Oder Probleme in Deinem Elternhaus und Du erzählst ihr davon.
Normalerweise ist es gut in eine Geschichte alles reinzupacken. Tonalität, Worte ausschmücken, farbiger, lauter, bunter: eben detailreicher. Aber nicht hier in diesem Moment.

„Ja, meine Eltern haben mich damals oft verspottet und meinten: ‚Unser Erwin hat 2 linke Hände. Er ist so dumm. Er will Klavierspielen lernen. Das wird niemals funktionieren. Er ist so ungeschickt. Ich fand das schrecklich damals und das hat mir einfach scheisse wehgetan.“
(mit sehr weinerlichem Ton: bedürftig, unsicher, nach Bestätigung heischend)

„Weißt Du, meine Eltern haben mich damals oft verspottet und meinten: ‚Unser Erwin hat 2 linke Hände. Er ist so dumm. Er will Klavierspielen lernen. Das wird niemals funktionieren. Er ist so ungeschickt. Tja und jetzt sitzen wir und Du hast sogar mein Konzert gesehen. Freut mich, dass es Dir gefallen hat.“

(emotional unbehelligt: sicher, sie erfährt: Du bist darüber hinweg. Die Geschichte ist teil von Dir. Aber nicht mehr das was passiert ist. Es ist jetzt fast wie wenn das in einem anderen Leben gewesen wäre. Du hast keine Identität daraus kreiert.)

Wenn Du das mit einem weinerlichen Ton erzählst oder auf irgendeine Art aufbauscht, um Mitleid aus der Frau zu pressen, stößt Du sie damit von Dir fort. Warum? Weil sie dann zwar Mitleid mit Dir haben wird – für einen kurzen Moment – danach wird sie aber wohl aller Wahrscheinlichkeit nach das Weite suchen. Es kommuniziert für sie indirekt, dass Du noch nicht darüber hinweg bist. Sie hat es hier mit einem kleinen Jungen zu tun. Nicht mit einem Mann. Die Frau will sich nicht um einen Typen kümmern, der plötzlich ihr Sohn ist, nein. Sie möchte einen richtigen Mann.
Wenn Du aber emotional unbeteiligt darüber reden kannst, dann ist das ein sehr gutes Zeichen für die Frau, dass Du das Ganze zwar erlebt hast, aber es macht Dir nichts mehr aus. Du hast es verarbeitet und bist darüber hinweg. Du kannst die Geschichte beruhigt erzählen. Nochmal anders ausgedrückt: Du drückst es nicht mit weinerlicher Stimme aus oder bedrückt oder irgendetwas wo man hören würde es macht Dir noch was aus.

17. Sie beim Nachdenken unterbrechen

Du hast es geschafft. Denkst Du. Das Gespräch scheint gut zu laufen. Du hast eine sehr interessante Frage gestellt, die ihr auch sehr zu gefallen scheint. Aber sie sagt auf einmal nichts mehr. Du siehst aber wie sie überlegt. Vielleicht sogar wie sich ihre Augen bewegen und sie unruhig auf dem Stuhl hin und herrutscht. Ansonsten:
Stille. Totenstille. Oh mein Gott. Das Gespräch ist tot.
„Ich muss unbedingt was sagen“, denkst Du Dir.
Nein! Das musst Du nicht und tust Du hier auch nicht. Du wirst Die Stille genießen. Schließlich hast Du sie zum Nachdenken gebracht.
Im Gegensatz zu allen anderen, die nur fragen:

„Wie alt bist Du?“
„Woher kommst Du?“
„Was machst Du hier?“

usw.
und dabei die Antworten von ihr wie aus der Pistole geschossen kommen. Oder sie einfach nur Dinge über ihren Job runterrattert, weil sie denkt – stimmt – schon wieder einer, dem ich das alles erklären muss.
Also lehne Dich zurück, entspann Dich und warte erfreut, aufmerksam aber auch interessiert auf ihre Antwort.
Also nochmal aus einem etwas anderen Blickwinkel:
Einfach die Stille hochkommen zu lassen, erzeugt eine Spannung. Und diese kannst Du als unangenehm wahrnehmen oder auch einfach genießen. Ich empfehle Dir genieße die Stelle, wenn Du sie etwas gefragt hast und eine Weile keine Antwort mehr kommt. Denn sie muss erst einmal darüber nachdenken, weil sie das noch keiner gefragt hat oder sie das noch nie jemandem erzählt hat. Das ist genau richtig so. Gib ihr also Zeit ihre Gedanken in Worte zu fassen. Egal ob sie dazu zehn Sekunden oder zehn Minuten braucht.

18. Oberflächliche Gemeinsamkeiten

Du denkst Du musst zuerst etwas mit ihr oberflächlich gemeinsam haben, nein! Das musst Du überhaupt nicht. Wenn sie Ballett tanzt, musst Du nicht auch Ballett tanzen, um eine tiefe Verbindung mit ihr aufbauen zu können.
Es geht darum ihr ehrlich und offen echtes Interesse entgegenzubringen. Interessiere Dich für das was sie tut im Moment des Gesprächs oder auch – wenn Du möchtest – darüber hinaus, falls sich ein Wiedersehen mit der Dame Deines Begehrens schon anbahnt.
Das geläufigste Muster etablieren.

„Also was ich wirklich mache ist Ballett-Tanzen. Das mache ich schon seit 10 Jahren.“
“Cool, Du musst ganz schön flexibel sein.“

Oder:

„Cool. Ich hab Schwanensee gesehen.“

Diese Frau hat Dir etwas erzählt das sie mit großer Leidenschaft tut, schon seit 10 Jahren. Sie muss es ja nicht tun. Aber sie steht dahinter und ist jetzt ziemlich routiniert darin.
In den beiden oberen Beispielen gehst Du nicht auf sie ein. Im Gegenteil. Du hast sie rejected, zurückgewiesen.
Das sind Dinge, die Deinem Gespräch mit ihr buchstäblich das Wasser abgraben können und Du nach einer mehr oder minderen Durststrecke buchstäblich auf dem Trockenen sitzt.

19. Die Verbindung falsch aufbauen

Ein paar kleine und größere Dinge, die schnell einen Unterschied ausmachen können und werden.
Anstatt zu fragen:

“Woher kommst Du?“

Kannst Du auch fragen:

“Bist Du Französin?“

Das ist schon ein wenig besser. Anstatt zu fragen:

“Was machst Du gerade?“

Kannst Du auch sagen:

“Lass mich raten, Du wartest gerade auf Robert. Deinen Verehrer von Tinder, der sich mit Dir treffen will. Passt auch ganz gut. Dir tun sowieso die Füße weh vom Shoppen und jetzt wäre ein Kaffee genau das richtige und euer Erkennungszeichen ist: Du hast eine blaue Rose und er trägt ein blaues T-Shirt.“

Das kann eine witzige Interpretation sein und sie auch zum Lachen bringen. Auf jeden Fall ist es so doch viel wahrscheinlicher dass ihr zuerst einmal oberflächlichen Gesprächsstoff habt. Und von da aus hast Du wieder freie Bahn, das Gespräch in die Tiefe zu lenken.
Versteh mich bitte richtig, prinzipiell ist trotzdem nichts wirklich falsch daran auch mal zu fragen:

„Woher kommst?“
„Was machst Du gerade?“

usw. Nur macht das eben jeder. Deshalb sind die Sätze auch in rot
markiert, denn aus dem Kontext heraus um den es hier geht, sie sind eben nicht gut.
Warum nicht das Ganze optimieren? Darum geht es hier. So wird das ganze Gespräch schon etwas persönlicher.

20. Interview mit viel Druck. Yeah Baby!

“Was machst Du beruflich?“
“Ich arbeite am Flughafen bei der Kontrolle.“
“Woher kommst Du?“
“Italien.“
“Und sag mir eins Deiner Hobbies.“
“Lesen.“

Das ist wirklich ein ganz tolles Gespräch, stimmt’s? Naja, nicht wirklich. Nein! Versetz Dich hier in die Lage der Frau. Du richtest Deine Aufmerksamkeit komplett auf sie. Und Du verlangst einfach nur. Von Dir kommt gar nichts. Egal was sie Dir als Antwort gibt, Du bombardierst sie einfach gleich mit der nächsten Frage. Du setzt sie permanent unter Druck.
Jetzt kommt etwas was sehr viele Männer tun und ich gebe es zu – mich stößt diese Art so ziemlich
am meisten ab, also nochmal von vorn, mit der selben Frau.

„Was machst Du beruflich?“
„Ich arbeite am Flughafen in der Kontrolle.“
“Oh cool, meine Nichte arbeitet am Flughafen, sie erzählt mir
immer ziemlich viele witzige Geschichten, was da so alles passiert, finde ich total interessant. Woher kommst Du?“
„Italien.“
„Sehr gut. Ich liebe italienische Pizza und Lasagne und alle möglichen Arten von Pasta. Außerdem habe ich eine kleine Statue vom schiefen Turm von Pisa. Mein Kumpel war in Rom, er meinte es war toll. Sag mir eines Deiner Hobbies.“
“Lesen.“
„Oh, ich liebe es zu lesen. Ich hab das Buch von Ken Follett gelesen, dieses eine Bekannte, wie heisst es nochmal. Ach egal, jetzt fällt es mir gerade nicht ein. Und da gibt es noch einen neuen Autor von dem will ich die Bücher auch lesen, ja ähm…“

Klingt doch schon viel besser als vorher, nicht? Auch wenn Du jetzt den Eindruck hast, „ja klar“, muss ich Dich leider enttäuschen.

Es ist etwas besser wie das Interview, das schon. Du benutzt hier immerhin das, was sie sagt, um etwas zum Gespräch beizusteuern. Aber hier wird keine Connection aufgebaut, sondern eine Barriere. Du kreierst hier nur Distanz. Du beziehst alles was von ihr gesagt wird auf Deine Realität und versuchst gar nicht erst ihre Realität zu verstehen. Hast Du schon bemerkt, dass von ihr nur sehr wenig kommt? Und wenn Du Dir jetzt den grünen Text noch einmal durchliest, dass der grüne Text nichts über sie enthält? Nur über das was der Mann denkt, was interessant sein könnte.
Es ist ein Gespräch in der Art wie:
Ich frage sie etwas. Sie sagt mir etwas über ihre Erfahrungen. Ihre Realität. Falls überhaupt.
Ich sage etwas über meine Realität dazu. Ausgehend von: Was weiß ich dazu oder habe ich einen Kumpel der das schon mal gemacht hat? Und dann rede ich darüber ohne sie mit einzubeziehen. Ich versuche gar nicht erst ihre Realität zu verstehen. Nicht gerade förderlich.
Das führt manchmal zu solchen Gesprächen, wo Du das Gefühl hast Du möchtest dem anderen unbedingt etwas mitteilen. Aber irgendwie kommt es nicht an. Also noch ein Versuch. Der andere versucht das Gleiche. Aber ihr kommt einfach nicht in die Pötte. Er scheint gar nichts mitzubekommen von dem was Du erzählen möchtest.
Es könnte genau so gut ein Spiel sein mit den Regeln:

„Sag mir ein Stichwort und ich erzähle Dir dazu was ich darüber weiß.“

Basierend auf Deinen Erfahrungen. Ausgehend von dem Stichwort oder den kurzen Inhalten, die Du von der Frau bekommst.

Wenn jemand so mit mir redet, hätte ich das sehr viel früher als einfach nur komisches Gespräch angesehen, wo die Chemie einfach nicht stimmen will. Später dann, als ich es konkret erkannt habe,was vor sich geht, als unhöflich. Bis ich mich noch näher mit dem Thema befasst hatte und herausgefunden hatte, dass die meisten Leute, die so kommunizieren, ja nichts dafür können. Sie wissen es nicht besser. Also kann und werde ich sie auch nicht dafür verurteilen. Aber wer genau beobachtet und reflektiert kann lernen viel bessere Gespräche zu führen. Ich helfe Dir ja dabei.
Nur, wenn ich merke, dass ich auf diese Art nicht weiterkomme, lasse ich entweder das Gespräch mit Absicht absterben und verabschiede mich höflich. Ich steuere dann den „Notausgang“ an. Denn es stößt mich ab. Es ist wie ein Gift. Tödlich für die Konversation.
Aber wie ist es dann dann besser? Also noch einmal: Ein Schritt zurück nach vorn.

„Was machst Du beruflich?“
„Ich arbeite am Flughafen bei der Kontrolle.“
“Oh cool, meine Nichte arbeitet am Flughafen, sie erzählt mir
immer ziemlich viele witzige Geschichten, was da so alles passiert, finde ich total interessant. Aber sie meint es ist auch total stressig. Wie ist das für Dich?“
„Naja das stimmt, manchmal ist es schon stressig.“
„Hmmm klingt interessant wie Du das erzählst. Klingt für mich als sprichst Du noch eine andere Sprache. Du rollst das ‚r‘ so leicht. Du bist… Polin.“
„Nein, Italien. Ich bin Italienerin.“
„Sehr gut. Ich liebe italienische Pizza und Lasagne und alle möglichen Arten von Pasta. Außerdem habe ich eine kleine Statue vom schiefen Turm von Pisa. Mein Kumpel war in Rom, er meinte es war toll. Wo Du Dich in Italien aufhältst weiß ich nicht, wenn Du dort bist. Vielleicht ebenfalls in Pisa? Aber in Italien war ich noch nie. Wie ist das für Dich, Italienerin zu sein? Manche Italiener sagen deutsche sind einfach zu lasch. Kein Temperament.“
„Nein, ich bin meistens in Rom. Wie es für mich ist, Italienerin zu sein? Ganz gut. Ich kann reden ohne groß nachzudenken, den ganzen Tag, bin nicht schüchtern und deswegen unterhalten wir uns
gerade hier.“ Sie lächelt.
„Sag mir eines Deiner Hobbies.“
“Lesen.“
„Oh, ich liebe es zu lesen. Manchmal will ich einfach in eine
fremde Welt abtauchen, um alles um mich herum für eine Weile vergessen. Wie ist das für Dich?“
„Klingt interessant. Äh…Ralf? Richtig? Nein, ich lese meist Reiseführer oder Selbsthilfebücher. Weil ich bin lieber unterwegs und sehe nach, wo es mich als nächstes hinverschlägt. Deswegen informiere ich mich gerne über die Länder und finde alles über die Mentalität heraus. Ich bin so ein Mensch der…“

Jezt wurde der Anteil ihres Textes doch deutlich mehr. Sie redet mehr. Du gibst ihr Gelegenheit dazu und weist nicht einfach alles gleich zurück.

21. Qualifizierung – Ihr die Möglichkeit nehmen sich zu qualifizieren

Wenn Du alles bisher richtig gemacht hast und das Gespräch nicht mehr oberflächlich ist, kann es passieren, dass sie plötzlich das Bedürfnis fühlt Dich sich zu qualifizieren. Dann lass sie das auch tun. Lass es zu. Nimm ihr die Möglichkeit nicht weg.

22. Den Funken austreten

Es kann auch passieren, dass Du etwas über Dich erzählst oder über sie und sie möchte Dich schon unterbrechen, aber Du lässt sie nicht. Das passiert vor allem oft Männern, die schnell reden oder High Energy sind. Es kann vorkommen, dass sie sich äußern möchte und Du redest einfach weiter. Mit der gleichen Energie. Sie möchte Dich aber nicht wirklich unterbrechen oder Dir hineinreden. Gib ihr diese Chance. Bau kürzere Gesprächspausen ein. Achte darauf, ob sie etwas sagen möchte. Sei aufmerksam.

„Weißt Du, das ist dann so, als würdest Du Dich selbst sehen. Kennst Du diesen Effekt? Das ist ein interessantes Gefühl.“

23. Äußern, dass Du nicht erwartet hättest, dass es so gut funktioniert

Du merkst ihr kommt auf eine andere Gesprächsebene. Es funktioniert! Richtig geil und plötzlich sagst Du freudig:

„Oh, das habe ich nicht erwartet, dass das so gut funktioniert mit Dir ein tiefgründiges Gespräch aufzubauen.“

Das ist wie wenn Du sagen würdest: „Oh cool. Es funktioniert. Ich habe es richtig gemacht.“, wenn das nicht gerade eine gestellte Übungssituation ist, frage Dich wohl wie das in dem Moment bei der Frau ankommt. Richtig, auf keinen Fall gut. Also freue Dich ruhig darüber. Das ist gut. Aber äußere es nicht verbal. Lächle z.B. einfach und wenn sie Dich darauf anspricht, sag ihr einfach, dass Du das Gespräch mit ihr genießt. Weil es nicht so oft passiert oder es selten so angenehm ist.

24. Klebenbleiben

Manchmal gibt es Dinge die unsere Gesprächspartnerinnen äußern von denen wir einfach keine Ahnung haben. Wir kennen die Worte und Begrifflichkeiten nicht. Und unser Verstand liebt es sich dann an den Dingen festzubeißen, die wir nicht verstehen.

„Weißt Du ich habe dann einen Virgula gemacht und dann Balance Toupé und da sind wir beide hingefallen. Naja, weil ich beim Kreuzen die Füße verwechselt habe. Der Boden war einfach zu rutschig. Das war bisher das peinlichste was mir in einer Tanzaufführung passiert ist.“

Klar ist hier, es geht ums Tanzen. Das wissen wir zumindest spätestens dann, wenn wir die ganze Passage gelesen haben.
Aber was bitte ist ein Virgula? Oder ein Balance…was? Wie heißt das Ding nochmal? Hab’s vergessen. Nie gehört. Bis auf einige von euch. Klar. Manche tanzen eben auch Kizomba.

Also mir geht es dann manchmal so, dass mein Verstand das Wort erfassen möchte. „Hmmmm… Also Virgula klingt ein wenig ähnlich wie Virgin, Virginia. Aber das hat das denn jetzt mit einer Jungfrau zu tun?“

25. Jaja klar, kenn ich. Kann ich gerade nur nicht erklären.

Männer. Und in dem Fall auch Frauen, falls ihr das lest. Wenn ihr etwas nicht wisst oder versteht, gebt es einfach zu. Wie sagte Konfuzius noch mal in dem Zitat zu Beginn:

Eingestehen, dass man etwas nicht weiß, ist Wissen!

26. Hmm… Mexico oder Brasilien oder, ne, doch Malediven oder…. Abschweifen!

Unter anderem passiert auch folgendes: Du bist in ein Gespräch mit jemandem vertieft und es ist hochinteressant. Plötzlich steigt Dir ein Duft leckeren Essens in die Nase was Deinen Bauch und Deinen Geist mit Hoffnung erfüllt: Nahrung. Und die Welt wird wieder zu einem hellen Ort, weil das schwarze Loch in deinem Magen sich bald wieder stopfen ließe, so dass es aufhört das Licht der Sonne zu verschlingen. Je nachdem wie Deine Aufmerksamkeitsspanne ist, Dein Gemütszustand oder Deine Energie, kann das einfach passieren.

Dann erwähne es einfach:

„Sorry, ich habe gerade nicht zugehört. Ich finde das sehr interessant worüber wir reden, aber ich bin einfach abgeschweift. Entschuldige. Kannst Du es mir noch mal erzählen? Ich will es wirklich nochmal hören.“

Das ist jetzt natürlich kein Freischein unaufmerksam im gemeinsamen Gespräch zu sein, aber es kann eben passieren und dann kann man es ja erwähnen und sich entschuldigen. Wir sind alle nur Menschen. Wir machen Fehler. Das ist normal.

27. Fakten

Dieser Punkt ist kein Fallstrick, also keine wirkliche Falle in die man tappen kann. Aber da ich hier von jeder Seite beleuchten möchte, wie man ein Gespräch in Gang bekommt, um auf eine tiefere Ebene zu kommen, nenne ich eben auch diesen Punkt. Jedenfalls gibt es eben doch auch Menschen, die so gestrickt sind, dass alle Dinge die hier zuvor genannt wurden berücksichtigt werden können im Gespräch und trotzdem nicht viel oder nichts von deren Seite kommt, vorerst. Was jetzt? Du hast womöglicherweise alles beachtet was ich hier geschrieben hab und von ihr kommt nur einsilbiges. Oder fast gar nichts. Aber sie möchte auch nicht weg. Sie fühlt sich wohl. Aber sie redet nicht. Gar nichts. Jetzt kommen die Fakten zum Einsatz. Ist sie zum Beispiel aus einem bestimmten Land, kannst Du einfach so anfangen:
z.B. wenn sie Mexikanerin ist:

„Ich hab gehört, Karina, in Mexiko darf ich mich erst Dein Freund nennen, wenn ich Deinen Vater kennengelernt habe und er sein OK dazu gibt. Ist das wirklich so?“

28. „Die Lücke schließen“

Bei manchen taucht immer wieder ein bestimmtes Wort, bzw. bestimmte Sätze auf:

„Oh, gut analysiert, Dr. Freud.“
„Studierst Du Psychologie?“
„Na Du bist ja mal ein ‚toller‘ (Ironie) Menschenkenner.“
„Versuchst Du das immer so?“

und Ähnliches. Was bedeutet das? Das bedeutet: Du bist nicht subtil genug vorgegangen. Oder zu schnell. Ihr einerseits ein langes Statement zu geben, aber ohne vorher ganz kurz ein paar Sätze an der Oberfläche gewechselt zu haben, funktioniert so nicht. Du musst die Lücke schließen, also einige Sätze gewechselt haben aus denen man die Dinge in Deinem Statement – auch wenn noch so indirekt – erahnen kann.

Stell Dir mal vor, jemand kommt zu Dir her:

Sie: „Hi, wie geht’s?“
Du: „Ganz gut, danke und selbst?“

Sie: „Ich glaube Du bist ein höflicher Mensch, aber manchmal ziemlich ungeduldig was Deinen Freunden nicht passt. Und in Deinem Job bist Du sehr kreativ, Du bringst gerne ungewöhnliche Vorschläge ein, die zuerst abgelehnt werden. Doch irgendwann hast Du einfach gelernt, die trotzdem einzubringen. Du musst es einfach nur tun. Nicht fragen.“

Ich würde mich jetzt jedenfalls fragen, woher will sie das wissen, direkt nach

„Hi, wie geht’s?“

Das funktioniert so nicht. Das ist unecht.

Wenn Du allerdings einen Aufhänger hast, dann kann es funktionieren, z.B. wenn Du sie auf eine ungewöhnliche Kette oder ein sonstiges Merkmal aufmerksam machst.

Hier nochmal alle Punkte zusammengefasst als Liste:

1. Falsches Mindset – sie schnell herumbekommen
2. Es fühlt sich komisch an und deswegen…
3. Unkalibrierter Schnellschuss
4. Intimität
5. Friendzone
6. Vage Statements
7. Das Thema entreißen
8. Oberflächliche Verbindung
9. Zurückweisung (Rejection)
10. Ihre Glaubenssätze verurteilen
11. Die Falsche Mentalität – Wahrnehmung
12. Interesse heucheln
13. Ihre Aussagen wiederholen
14. Die falsche Energie oder Geschwindigkeit
15. Emotionale Einbahnstrasse
16. Die falsche Tonalität – beim Geschichtenerzählen
17. Sie beim Nachdenken unterbrechen
18. Oberflächliche Gemeinsamkeiten
19. Die Verbindung falsch aufbauen
20. Interview mit viel Druck. Yeah Baby!
21. Qualifizierung – Ihr die Möglichkeit nehmen sich zu qualifizieren
22. Den Funken austreten
23. Äußern, dass Du nicht erwartet hättest, dass es so gut funktioniert
24. Klebenbleiben
25. Jaja klar, kenn ich. Kann ich gerade nur nicht erklären.
26. Hmm… Mexico oder Brasilien oder, ne, doch Malediven oder…. Abschweifen!
27. Fakten
28. „Die Lücke schließen“

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