Ab ins Badezimmer! Und hör auf zu Essen! Wie Du Deinen Gesprächspartner in seinem eigenen Haus einsperrst.

Ab ins Badezimmer! Und hör auf zu Essen! Wie Du Deinen Gesprächspartner in seinem eigenen Haus einsperrst.

Erstmal wünsche ich Dir frohe Ostern und ich hoffe, dass du nicht über das Wochenende arbeiten musst.
Wenn doch, hoffe ich wenigstens, dass Du ganz viel Spaß dabei hast und es interessant für Dich ist. 🙂
Jetzt aber zum Thema.

Dein Haus. Mein Haus.

Früher dachte ich immer, dieses Thema ist ziemlich schnell zu Ende gedacht, Connection. Eine Verbindung aufbauen.
Es gäbe einen Punkt an dem alles gesagt wäre.
Nein, dem ist nicht so.

Es tauchen immer wieder neue Punkte und Sichtweisen auf, die wichtig sind, um eine Connection aufzubauen und zu vertiefen.
Jedoch unterliegen sie alle den gleichen Prinzipien. Es ist also bisher kein neues Prinzip aufgetaucht. Und das ist das Wichtige, um das Ganze lernen zu können.

Wenn Du jemanden kennenlernst, oder eine tiefere Verbindung schaffen willst, dann ist hier im Moment kein Platz für

  • „Du solltest“
  • „Du musst“
  • „Denk doch positiv!“

natürlich genausowenig für ein

„Denk doch nicht so negativ.“

Warum? Weil wir wissen wollen, wer unser Gegenüber ist.
Und nicht, was sie nicht sein darf oder nicht sein soll.
Und „Denk doch nicht so negativ“, würde nicht erlauben eben negativ zu denken.
Wir wollen aber den anderen überhaupt nicht einschränken.
Deswegen will ich auch Dir diese Dinge bewusst machen.

Raum geben

Wir wollen unserem Gesprächspartner komplett den Raum geben der Mensch zu sein der er ist, nicht der Mensch den wir gerne hätten.
Ohne Alles zu bewerten. Nein. Wir zeigen einfach nur Interesse und wollen wissen, warum tut er denn all diese Dinge.
Und wie. Und vor allem: Wie fühlt er sich denn dabei?

Ihr Haus

Nehmen wir das Beispiel Mann und Frau.

Stellen wir uns ihre (gedankliche) Welt wie ein Haus vor.
Es hat eine Tür, Fenster, verschiedene Zimmer. Also Gedanken Glaubenssätze und eine Identität.
Die Identität ist das Fundament des Hauses. Und die Substanz.

Dann ist alles um sie herum das Haus. Irgendwo in diesem Haus befindet sie sich gerade mit ihren Gedanken bzw. ihrem Bewusstsein.
Gibst Du ihr keinen Raum zu sein wie sie ist, behandelst Du sie quasi als dürfte sie sich z. Bsp. nur im Badezimmer aufhalten, sonst akzeptierst Du sie nicht. Ich denke jetzt wird es noch viel klarer. Das ist ihr Haus. Nicht Deines. Also kann sie tun und lassen in ihrem Haus, was sie möchte. Und nicht was Du möchtest.

Oder ähnlich wäre es, wenn ich Dir sage, ab jetzt gibt es jeden Tag Dein Lieblingsessen.
Ich denke mal eine Weile lang wäre das total geil. Was aber wenn ich Dir sage, ab jetzt gibt es NUR NOCH Dein Lieblingsessen?
Alles andere ist tabu. Wie würdest Du wohl nach ein paar Wochen darüber denken? Wahrscheinlich hast Du schon nach ein paar Tagen völlig genug davon. Und außerdem würde Dein Haus darunter ziemlich leiden.

Dein Haus

Du lädst sie aber gerade in Dein Haus ein. Deine Welt. Egal wie indirekt Du das betrachten möchtest.
Alles wird immer auch durch Deine Wahrnehmung gefiltert. Und auch Du hast Deine Erfahrungen, Schwüre und Glaubenssätze sowie Deine Identität, Ego und was es da sonst noch alles gibt.

Mal ehrlich, wie sehr würde es Dir gefallen, wenn sie denn zu Dir sagen würde „ab ins Badezimmer“, alles andere ist komisch.
„Ich will nicht, dass Du Dich in Deinem Haus frei bewegst, sonst mag ich Dich nicht mehr.“

Das klingt so komisch, dass Du jetzt wahrscheinlich sagst:

Das ist verrückt.
Genau. Das ist verrückt, den anderen nicht so sein zu lassen, wie er eben ist.

Das nächste Mal, wenn Du Dich also mit jemandem unterhältst, achte also darauf, ob Du diesen Menschen einsperrst.
Sag auch nicht einfach Stichworte, die in Deinem Kopf getriggert werden, nur um ein Thema loszuwerden, dass Du schon so lange im Kopf hattest. Behalte es erst einmal für Dich. Respektiere, was Dir angeboten wird.

Jetzt mögen manche ankommen und sagen, dann darf ich ja meine Meinung gar nicht mehr behalten.
Natürlich darfst Du die behalten. Es geht einfach erst mal darum,
sich einfach nur uneingeschränkt für den anderen zu interessieren. Dinge zu hinterfragen,
nicht zu bewerten.

Und um es noch einmal ein wenig aus einem anderen Blickwinkel ebenfalls zu beleuchten,
nimm dem anderen nicht sein Essen weg.

Ja, ich weiß. Das war ein ziemlicher Sprung und trotzdem ist das mein voller Ernst.
Was meine ich also damit? Ich habe auf der Seite Fallstricke extra noch erwähnt
„Du sollst das Thema nicht entreißen.“ Das symbolisiert das Essen.

Das wäre sonst, wie wenn Du in ihrem Haus ihr das Essen wegnimmst.
Und sie dann ins Badezimmer in ihrem eigenen Haus einschließt, weil sie Deiner Meinung nach dort hingehört.
Was für ein Mist. So will niemand behandelt werden. Auch Du nicht.

Ähm… ich habs immer noch nicht kapiert.

Es hat noch nicht Klick gemacht?

Ok, dann nochmal aus einem anderen Blickwinkel dasselbe erklärt.

Jedem sein Kreis.

Siehst Du diese zwei Personen? Mann und Frau. Um beide ist ein Kreis gezeichnet.
Und sie überschneiden sich genau da, wo beide etwas schon oberflächlich gemeinsam haben.
Sie symbolisieren quasi das gleiche wie zuvor beim Beispiel mit dem Haus.
Beide haben ein Haus. Ein paar Dinge sind gleich. Nur das Fundament des Hauses ist jeweils
ein komplett anderes.

Männer haben oft die Angewohnheit, die Frau in ihren Kreis ziehen zu wollen.
Der Kreis symbolisiert wie sie ist. Was sie ausmacht. Es ist kein Symbol für einen Frame in diesem Fall.
In den Kreis ziehen würde hier heißen, er will sie so haben, wie er es sich vorstellt.
Für das Gespräch, für eine Beziehung für eine Nacht.
Er lädt sie also nicht mit dem Gespräch ein, sondern will dass sie komplett in seinen Kreis gezogen wird.
Sie darf sich also nur noch so verhalten und das sein, was er zulassen möchte.
Und das machen viele Männer eben unbewusst.

Falls Du auch dazu gehörst, herzlichen Glückwunsch. Denn jetzt hast Du es erkannt und kannst etwas dagegen tun.
Gut gemacht.

Außerdem hör auf damit Deine Gedanken einstreuen zu wollen, wenn Du einfach nur connecten willst, im Sinne von Stichworten loswerden.
Was meine ich damit?

Kennst Du Leute, die alles was Du sagst dazu nehmen, um ihre Stichworte loswerden?
Die wenn Du ihnen etwas über Dich und Deine Hobbies erzählst,
oder Dinge die Du eben gerne tust immer sagen:

Ich hab das auch schon erlebt. Und dann habe ich das gemacht und dann ist jenes passiert. 

Und sie denken, sie connecten jetzt noch viel besser mit Dir. Nein. Weit gefehlt. Es baut Distanz auf.
Wenn Du das 3-mal machst, will spätestens jeder aus dem Gespräch weg.

Warum? Weil er das Gefühl hat:

Du verstehst mich nicht.
Also mache Dir das bewusst. Bleib bei ihr mit dem Gesprächsthema.
Nicht immer gleich alles an Dich reißen wollen.
Das tolle ist, machst Du es richtig, wird sie Dich sowieso ausfragen wollen.
Und dann bekommst Du genug Zeit, um alles erzählen zu können, was Du gerade sagen möchtest.
Lass Dir also etwas Zeit. 🙂

Ich wünsche Dir Erfolg bei Deinen Gesprächen.

P.S.: Ach ja und wenn Du ab jetzt schon diese beiden Punkte beachtest, dann trete auch das „Feuer“ nicht mehr aus.
Damit meine ich, lass Deinen Gesprächspartner reden. Wie? Baue Pausen ein. Rechne schon damit, dass Dein gegenüber etwas sagen möchte.

 

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